{"id":52,"date":"2019-03-06T16:27:31","date_gmt":"2019-03-06T16:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.gottfried-kirch-edition.de\/?page_id=52"},"modified":"2019-03-06T16:27:31","modified_gmt":"2019-03-06T16:27:31","slug":"kurzbiographie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gottfried-kirch-edition.de\/?page_id=52","title":{"rendered":"Kurzbiographie"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-align:center\">GOTTFRIED KIRCH<\/h3>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\"><em>Zuletzt ge\u00e4ndert am 19.3.2014<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&lt;1&gt; Gottfried Kirch wurde am \n8.\/18. Dezember 1639 als Sohn eines aus Joachimstal stammenden \nSchneiders in Guben geboren. Er starb am 25. Juli 1710 als K\u00f6niglicher \nAstronom in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;2&gt; Im letzten Viertel des 17. \nJahrhunderts z\u00e4hlte Kirch zu den f\u00fchrenden deutschen Astronomen. Er \nentdeckte am 4.\/14. November 1680 erstmals einen Kometen mittels \nTeleskop (Komet C\/1680 V1), 1681 und 1702 die Sternhaufen M 11 und M 5 \nsowie 1686 den Ver\u00e4nderlichen \u03c7 Cygni. 1679 erfand er ein \nSchraubenmikrometer f\u00fcr astronomische Messungen.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;3&gt; Nach dem Besuch des Gymnasiums\n in Guben wirkte Kirch zun\u00e4chst von ca. 1663 bis 1673 als Schulmeister \nin Langgr\u00fcn bei Greiz und Neundorf bei Lobenstein. Zun\u00e4chst wohnte er in\n Langgr\u00fcn, ab 1669 in Lobenstein, wo er am 20.\/30. M\u00e4rz 1673 ein Haus \nkaufte und am 16.\/26. April 1673 in dieses einzog. Zwischendurch hatte \ner am 22. M\u00e4rz \/ 1. April 1673 den Schuldienst quittiert. Von da an \nbestritt er seinen Lebensunterhalt ausschlie\u00dflich von den Einnahmen aus \nden seit 1666 herausgegebenen Kalendern (erster gedruckter Kalender f\u00fcr \n1667). Vermutlich war Kirch schon damals Anh\u00e4nger der \nFr\u00f6mmigkeitsbewegung.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;4&gt; Im November 2008&nbsp;ausgewertete \nBriefe aus dem Nachla\u00df von Johannes Hevelius (Biblioth\u00e8que de \nl\u2019Observatoire Paris)&nbsp;deuten auf einen Studienaufenthalt Kirchs in Jena \nzu Beginn der 1670er Jahre hin (aber kein Eintrag in die Matrikel der \nUniversit\u00e4t Jena). Demnach besuchte er 1673 an der Universit\u00e4t Jena \nVorlesungen von Erhard Weigel.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;5&gt; Durch Vermittlung von Weigel \nkam Kirch 1673 zu Hevelius (das Empfehlungsschreiben von Weigel an \nHevelius tr\u00e4gt das Julianische Datum 26. August 1673), wo er ungef\u00e4hr \nein Jahr blieb. Nach einem Studienaufenthalt in K\u00f6nigsberg (1675) kehrte\n er zun\u00e4chst nach Lobenstein zur\u00fcck, zog aber zwischen dem 13.\/23. \nAugust (Geburtstag des Sohnes Guthmann) und 30. August \/ 9. September \n(nach Leipzig adressierter Brief von Christoph Richter an Kirch) 1676 \nnach Leipzig (Eintrag in die Matrikel der Universit\u00e4t f\u00fcr das \nSommersemester 1676), wo er ab dem 14. \/24. Dezember 1676 in der 21. \nStube des Collegium Paulinum der Leipziger Universit\u00e4t wohnte. Mit \nAusnahme der Zeit von September 1680 bis April 1681 (in Coburg) bis zu \nseinem Weggang nach Guben im Oktober 1692 wirkte Kirch als \nPrivatgelehrter in Leipzig. In seine Geburtsstadt wich er aus, weil er \nsich als Pietist in Leipzig Anfeindungen der Gegner ausgesetzt sah. 1700\n ging er als Mitglied der Brandenburgischen Societ\u00e4t der Wissenschaften \nzu Berlin und als deren Astronom nach Berlin. Bereits im Juni 1700 \nsiedelte er nach Berlin um, wohin ihm wenige Wochen sp\u00e4ter seine Familie\n folgte.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;6&gt; Kirch war ein exzellenter \nBeobachter des Himmels. Die Instrumente lie\u00df er sich zum Teil aus \nEngland schicken. Er baute selbst Fernrohre und verschickte diese an \nandere Beobachter. Seine Ver\u00f6ffentlichungen, insbesondere die \nHimmels-Zeitung und Ephemeriden, wurden international beachtet. Die \ntheoretischen Bem\u00fchungen richtete er auf eine verbesserte Berechnung der\n Finsternisse. Der ab 1675 von ihm ge\u00e4u\u00dferte Vorschlag, eine \nAstronomische Societ\u00e4t in Deutschland zu gr\u00fcnden, konnte nicht \nverwirklicht werden. F\u00fcr die Zeitschrift Acta Eruditorum lieferte Kirch \nzahlreiche Beitr\u00e4ge, wobei er neben eigenen Beobachtungen auch die ihm \ndurch seine ausgedehnte Korrespondenz zugeschickten \nBeobachtungsergebnisse ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;7&gt; Astronomische Kenntnisse und \nEntdeckungen vermittelte Kirch auch in seinen Kalendern und kleinen \nDruckschriften. In den 1680er Jahren gab er bis zu 14 verschiedene \nKalenderreihen pro Jahrgang heraus. Er ver\u00f6ffentlichte sie nicht nur \nunter seinem Namen, sondern auch unter verschiedenen Pseudonymen und \nunter den Namen verstorbener Kalenderautoren, deren Kalender er \nweiterf\u00fchrte. Mit der \u00dcbersiedlung nach Berlin zeichnete er f\u00fcr die \nKalender der Brandenburgischen Societ\u00e4t verantwortlich. Die Texte seiner\n Kalender und kleinen Druckschriften weisen deutlich \nphysiko-theologische Gedanken auf. Durch die weite Verbreitung seiner \nKalender (Druckorte waren u. a. N\u00fcrnberg, Annaberg, Leipzig, Breslau, \nDanzig und K\u00f6nigsberg) und ihr hohes Bildungspotential mit \naufkl\u00e4rerischen Akzenten kann Kirch als Vertreter der deutschen \nFr\u00fchaufkl\u00e4rung angesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;8&gt; Aus seinen beiden Ehen (1667 \nMaria Lang, 1692 Maria Margaretha Winckelmann) gingen 14 Kinder hervor, \nvon denen 7 das Kindesalter \u00fcberlebten: Gottlieb, Heilmann, Theodora, \nChristfried, Christine, Dorothea Johanna und Margaretha. Sowohl von \nKirchs zweiter Frau als auch von seinen Kindern ist bekannt, da\u00df sie ihn\n bei den astronomischen Beobachtungen und Rechnungen unterst\u00fctzten und \nzum Teil eigenst\u00e4ndig Arbeiten ausf\u00fchrten. Bedeutsam sind die von Maria \nMargaretha in Berlin vom August 1700 bis Dezember 1701 aufgezeichneten \nWetterdaten. Sie entdeckte 1702 einen Kometen. Christfried Kirch wurde \n1716 zum Direktor der Berliner Akademie-Sternwarte berufen. Der \u00e4lteste \nSohn Gottlieb war Pietist und mit August Hermann Francke bekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GOTTFRIED KIRCH Zuletzt ge\u00e4ndert am 19.3.2014 &lt;1&gt; Gottfried Kirch wurde am 8.\/18. Dezember 1639 als Sohn eines aus Joachimstal stammenden Schneiders in Guben geboren. Er starb am 25. Juli 1710 als K\u00f6niglicher Astronom in Berlin. &lt;2&gt; Im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts z\u00e4hlte Kirch zu den f\u00fchrenden deutschen Astronomen. Er entdeckte am 4.\/14. 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